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Subjektive Bedeutung der Modalverben (I): Vermutung

Zum Ausdruck einer Vermutung kann man müssen, können, dürfen und mögen sowie teilweise die Formen des Konjunktivs II und die Negation dieser Modalverben benutzen. Der Grad der Sicherheit der Vermutung nimmt von müssen („ganz sicher“) bis nicht können („unmöglich“) ab. Mithilfe von Adverbien lässt sich die subjektive Bedeutung der Modalverben umschreiben.

Modalverb müssen
Beispiel: Er muss bald kommen.
Umschreibung: Ich bin sicher, dass er bald kommt.

Modalverb müssen (Konjunktiv)
Beispiel: Er müsste bald kommen.
Umschreibung: Sehr wahrscheinlich kommt er bald.

Modalverb dürfen (Konjunktiv)
Beispiel: Er dürfte bald kommen.
Umschreibung: Wahrscheinlich kommt er bald.

Modalverb können
Beispiel: Er kann bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Modalverb können (Konjunktiv)
Beispiel: Er könnte bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Modalverb: mögen
Beispiel: Er mag bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Modalverb: nicht dürfen (Konjunktiv)
Beispiel: Er dürfte nicht mehr kommen.
Umschreibung: Er kommt wahrscheinlich nicht mehr.

Modalverb: nicht können
Beispiel: Er kann nicht mehr kommen.
Umschreibung: Ich bin sicher, dass er nicht mehr kommt.

Die Wahl des Konjunktivs bzw. der Negation ist festgelegt und nicht bei jedem Modalverb möglich.

Der Gebrauch von mögen ist in der gesprochenen Sprache selten.

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3 Kommentare… add one
  • Henning Holz 27. Juli 2016, 06:29

    Ich habe zwei Fragen, und hoffe, dass mir jemand bei der Beantwortung helfen kann:
    Was sind die folgenden Sätze für grammatikalische Konstruktionen? Ich komme da einfach auf keinen grünen Zweig. Oder sind es nur gebräuchliche, aber grammatikalisch unkorrekte Fromen?
    1.) Bis zum Dezember muss ich eine Wohnung gefunden haben.
    (Benutzt wie Futur II aber nicht die grammatikaliwsch korrekte Variante mit “werden”)
    2.) In Wien muss es ganz schön geregnet haben.
    Es ist eine Vermutung, aber ich kann mir einfach die grammatikalische Struktur nicht herleiten.
    Bitte um Hilfe und vielen Dank im Voraus !

  • Uli Mattmüller 27. Juli 2016, 10:10

    Der Kommentar ist hier schon richtig, denn es handelt sich um subjektive Bedeutungen der Modalverben. Hier aber in der Vergangenheitsform.

    Siehe dazu: Subjektive Modalverben – Zeitformen

    2.) ist eine Vermutung über etwas, das in der Vergangenheit passiert ist.

    1.) ist keine Vermutung aber ebenfalls eine subjektiv empfundene Aufgabe, wobei die Vergangeheitsform hier die Bedeutung eines Futurperfekts hat.

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