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Passiversatzformen – Alternativen zum Passiv mit Modalverb

Passiversatzformen für das Passiv mit dem Modalverb können

Das Passiv mit dem Modalverb können kann man durch alternative Konstruktionen mit sein zu + Infinitiv, sich lassen oder durch ein Adjektiv mit der Endung –bar ersetzen. Die Ersatzformen für können werden häufig benutzt.

Beispiel: können
Passiv mit Modalverb: Die Krankheit kann geheilt werden.
sein zu + Infinitiv: Die Krankheit ist zu heilen.
sich lassen: Die Krankheit lässt sich heilen.
Adjektiv mit Endung -bar: Die Krankheit ist heilbar.

Passiversatzformen für das Passiv mit den Modalverben müssen, sollen, nicht dürfen

Die Modalverben müssen, sollen und nicht dürfen können nur durch sein zu + Infinitiv ersetzt werden. Diese Ersatzformen sind nur in der Amtssprache gebräuchlich. In der Umgangssprache klingen sie überformell und teilweise unhöflich.

Beispiel: müssen
Passiv mit Modalverb: Die Verkehrsregeln müssen beachtet werden.
sein zu + Infinitiv: Die Verkehrsregeln sind zu beachten.

Beispiel: sollen
Passiv mit Modalverb: Die Aufgabe 3 soll zuerst bearbeitet werden.
sein zu + Infinitiv: Die Aufgabe 3 ist zuerst zu bearbeiten.

Beispiel: nicht dürfen
Passiv mit Modalverb: Im Büro darf nicht geraucht werden.
sein zu + Infinitiv: Im Büro ist nicht zu rauchen.

Grammatikübungen zu Passiversatzformen

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8 Kommentare… add one
  • Ralph 8. Februar 2017, 16:37

    Guten Tag, Sehr geehrter Herr Mattmüller!

    Neulich habe ich mich in einem Zeitungsartikel auf den folgenden Satz getroffen und ich möchte Sie fragen, ob er grammatisch korrekt ist und wenn ja, was die Konstruktion Modalverb müssen + Partikel zu + Verb sein bedeutet.

    Beispiel:
    Diese Aufgabe muss in kürzester Zeit zu erfüllen sein.

    Vielen Dank im Voraus!

  • Jan 17. Februar 2017, 12:00

    Dein Text ist grammatikalisch richtig.

    Und was meinst du mit – was diese Konstruktion bedeutet? Bedeutet in Bezug auf was?

    Möchtest du wissen, ob es eine gute Kombination ist? Meiner Meinung nach ja. Man spart sich das Wörtchen “möglich”, das wiederum sehr unkonkret ist. Somit würde ich sagen das ist eine gute Alternative dazu zu schreiben:

    “Diese Aufgabe (zu) erfüllen, muss in kurzer Zeit möglich sein.”

    Denn das ist ja die Aussage (Bedeutung) des Satzes. Und die Bedeutung dieser Konstruktion liegt meiner Wahrnehmung nacch hauptsächlich darin, dass man mit ihr gut das so schwer verständliche Passiv

    (“Diese Aufgabe muss in kürzester Zeit erfüllt werden können.”)

    umgehen kann.

  • Jan Kupitz 11. Januar 2017, 09:22

    Die Krankheit ließ sich heilen.

    Welche Formulierung findet ihr besser zu verstehen?

    “Über die Option “Mit Vorschau drucken” können Sie das Dokument aus dem Vorschaufenster heraus drucken.”

    ODER

    “Über die Option “Mit Vorschau drucken” lässt sich das Dokument aus dem Vorschaufenster heraus drucken.”

    ???

    Freue mich über eure Eindrücke. Wie nehmt ihr es wahr – was ist leichter zu verstehen und liest sich besser?

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