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Passivumformung mit es

In Passivkonstruktionen kann in Position 1 es stehen. Wenn der Aktivsatz nur aus einem unpersönlichen Nominativ (man) und einem Verb besteht, ist es im Passivsatz als Nominativersatz obligatorisch.

Beispiel:
Aktiv: Man arbeitet.
Passiv: Es wird gearbeitet.

In allen anderen Sätzen kann man auch eine andere Ergänzung in Position 1 stellen, dann ist es überflüssig, stilistisch schlecht und sollte wegfallen.

Beispiel:
Aktiv: Man diskutierte lange über die Gesetzesänderung.
(Passiv mit es: Es wurde lange über die Gesetzesänderung diskutiert.)
Passiv (besser): Über die Gesetzesänderung wurde lange diskutiert.
Passiv (besser): Langewurde über die Gesetzesänderung diskutiert.

Trotzdem kann es Gründe geben es zu benutzen. Dann gilt Folgendes: Wenn der Aktivsatz einen Akkusativ enthält, hat der Passivsatz einen Nominativ. Die Verbform richtet sich dann nach dem Nominativ.

Beispiel: Nominativ im Singular = Verb im Singular
Aktiv: Man eröffnet ein neues Restaurant.
Passiv: Es wird ein neues Restaurant eröffnet.

Beispiel: Nominativ im Plural = Verb im Plural
Aktiv: Man eröffnet viele neue Restaurants.
Passiv: Es werden viele neue Restaurants eröffnet.

Wenn der Aktivsatz keinen Akkusativ enthält, hat der Passivsatz keinen Nominativ. Das Verb steht immer im Singular.

Beispiel: Aktivsatz mit Präposition
Aktiv: Man diskutiert über die Gesetzesänderung.
Passiv: Es wird über die Gesetzesänderung diskutiert./Über die Gesetzesänderung wird diskutiert.

Beispiel: Aktivsatz mit Temporalergänzung
Aktiv: Man arbeitet sonntags nicht.
Passiv: Es wird sonntags nicht gearbeitet.
Sonntags wird nicht gearbeitet.

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3 Kommentare… add one
  • dhia 17. Dezember 2012, 09:28

    VIELEN DANKE

  • Bauer,Karl-Heinz 14. April 2011, 08:06

    Guten Tag ,meine Damen und Herren!
    Bei den anstehenden Debatten im Deutschen Bundestag wird bei Lesungen von
    Gesetz e s änderungen bzw.Gestzesänderung gesprochen. Mich interessiert ,
    warum es nicht Gsetzänderungen bzw. Gesetzänderung heißt.
    Könnten Sie mir darauf eine einleuchtende,fundierte Antwort geben?
    Mit freundlichen Grüßen aus Lübeck
    K.-H. Bauer

  • Uli Mattmüller 15. April 2011, 09:07

    Guten Tag Herr Bauer,

    also bei der Komposition – so nennt man das, wenn man aus zwei Wörtern (Gesetz und Änderung) ein Wort macht – gibt es im Deutschen verschiedene Methoden. Hier liegt eine Genitivbildung vor (aus: die Änderung des/eines Gesetzes).

    Falls Sie auf der Suche nach einer allgemein gültigen Regel für die Wortbildung sind, muss ich Sie aber leider enttäuschen: Man kann nicht vorhersagen bei welchen Wörtern welche Wortbildungsmethode angewendet wird. …

    Viele Grüße

    Uli Mattmüller

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