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Modale Satzverbindung (III): indem, dadurch dass, dadurch, durch

“Man fängt den Hasen nicht, indem man ins Horn bläst.”
(Rabelais)

“Die besten Entdeckungsreisen macht man nicht in fremden Ländern, sondern indem man die Welt mit neuen Augen betrachtet”.
(Marcel Proust)

Nebensatz mit indem

Bei der Nebensatzverbindung mit indem werden zwei Sätze verbunden, bei denen der
Nebensatz das „Mittel“ bzw. „Instrument“ (=die Methode) beschreibt, mit dem ein im Hauptsatz ausgedrücktes „Ziel“ erreicht werden kann. Bei einem Nebensatz mit indem steht das Verb am Ende.

Beispielsatz: indem
Man kann Benzin sparen, indem man langsam fährt.

Beispiel:
„Mittel“ („Instrument“) – „Ziel“
„langsam fahren“ – „Benzin sparen“

Sätze mit indem antworten auf die Frage wie bzw. wodurch (umgangssprachlich: durch was).

Beispiel: wie – indem
Wie kann man Benzin sparen? – Indem man langsam fährt.

Die Umstellung von Haupt- und Nebensatz ist möglich

Beispiel: indem (Umstellung)
Man kann Benzin sparen, indem man langsam fährt.
Indem man langsam fährt, kann man Benzin sparen.

Nebensatz (Variante): dadurch dass

Eine Variante von indem ist dadurch dass. Dadurch kann auch im Hauptsatz stehen, um das Thema („Benzin sparen“) zu betonen.

Beispiel:
Man kann Benzin sparen, dadurch dass man langsam fährt.
Man kann dadurch Benzin sparen, dass man langsam fährt.

Die Umstellung von Haupt- und Nebensatz ist möglich.

Beispiel: dadurch dass (Umstellung)
Man kann Benzin sparen, dadurch dass man langsam fährt.
Dadurch dass man langsam fährt, kann man Benzin sparen.

Hauptsatz: dadurch

Der Nebensatzverbindung mit indem bzw. dadurch dass entspricht die Hauptsatzverbindung mit dadurch. Der Hauptsatz mit dadurch markiert das „Ziel”.

Beispiel: dadurch
Man kann langsam fahren, dadurch spart man Benzin.

Präpositionaler Ausdruck: durch

Anstelle einer Haupt- oder Nebensatzverbindung mit indem, dadurch bzw. dadurch dass kann ein präpositionaler Ausdruck mit durch stehen. Durch ist eine Präposition mit Akkusativ. Der präpositionale Ausdruck mit durch steht in Position 1 oder im Satz. Die Position im Satz richtet sich nach den allgemeinen Regeln für die Wortposition.

Beispiel: durch
Durch langsames Fahren kann man Benzin sparen.
Man kann durch langsames Fahren Benzin sparen.

Beachte: Der präpositionale Ausdruck wird nie durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt.

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6 Kommentare… add one
  • Susana Majerka 2. Februar 2015, 22:02

    Bitte um eine Antwort auf folgende Frage: Kann man den Modalsatz auch mit indem bilden?
    Man will den Tierschutz im Zirkus dadurch durchsetzen, dass Dressnummern künftig nur mit bestimmten Tierarten gestattet sind.
    Es klingt für mich nicht richtig, wenn schon dann mit Vorgangspassiv aber bin ja keine Muttersprachlerin.

    Wenn ja- wie, wenn nein- warum?

    3.Kann man indem und dadurch, dass abwechselnd benutzen oder gibt es da Unterschiede? Wie entscheide ich mich für die richtige NS-Einleitung
    4. Bei : indem, dadurch dass, ohne dass ist unterschiedliches Subjekt möglich, oder? Ohne zu ist ja gleiches Subjekt zu .
    5.Sag mal, die Dinosaurier, waren das nicht alles Pflanzenfresser?
    Wie erklärt man hier das? In der Übung sollte Demonstrativpronomen eingesetzt werden. Warum nicht die?
    Bin dankbar für Ihre Antworten
    Susana

  • Enrica Peraboni 27. November 2012, 18:28

    zum Thema “indem” wurde mir dieser Satz vorgelegt, den ich gar nicht lösen kann:
    Man versuchte, den Fall mit den Methoden der Gentechnik zu lösen (indem)

    Danke für die immer gut gepflegte Webseite!
    Enrica Peraboni

  • Uli Mattmüller 28. November 2012, 15:12

    qEnrica: Man kann nur den Ausdruck “mit den Methoden der Gentechnik” umformen, denn hier wird das “Mittel” ausgedrückt bzw. die Frage “wie?” beantwortet.
    Wie versuchte man den Fall zu lösen? – “Mit den Mitteln der Gentechnik” = “…, indem man Gentechnik angewendet hat.”

    Falls Ihnen ihr Sprachgefühl sagt, dass das die weniger elegante Lösung ist, würde ich sofort zustimmen. ;-) Verbale Lösungen sind zwar meist, aber nicht immer die stilistisch bessere Lösung. Wenn man ein bedeutungsschwaches Verb oder ein Funktionsverb hat, klingt oft die Nominalisierung besser.

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