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Finale Satzverbindung: damit, um zu, zu

“Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann”
(Francis Picabia)

Bei der finalen Satzverbindung werden zwei Sätze verbunden, bei denen der zweite Satz das gewünschte „Ziel“ einer „Handlung“ („Aktion“) beschreibt.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag. Ich möchte meine Deutschprüfung bestehen.
„Aktion“ („Handlung“) – „Zweck“ („Ziel“, „Absicht“)
„lernen“ – „Deutschprüfung bestehen“

Finalsätze antworten auf die Frage wozu, zu welchem Zweck bzw. warum (wieso, weshalb, weswegen).

Bei der finalen Satzverbindung wird das „Ziel“ bzw. der „Zweck“ auf folgende Weise markiert:

Nebensatz: damit, um zu

Der Nebensatz enthält das „Ziel“, der Hauptsatz die „Handlung“, die zur Erreichung des Ziels unternommen wird. Bei Nebensätzen mit damit steht das Verb am Ende.

Beispiel:
Wozu lernst du jeden Tag?
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.

Die Umstellung von Haupt- und Nebensatz ist möglich.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.
Damit ich meine Deutschprüfung bestehe, lerne ich jeden Tag.

Wenn im damit-Satz ein identischer Nominativ steht, kann dieser wegfallen. Allerdings muss der damit-Satz in einen Infinitivsatz mit um zu umgewandelt werden.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.
Ich lerne jeden Tag, um meine Deutschprüfung zu bestehen.

Auch bei um zu ist die Umstellung von Haupt- und Nebensatz möglich.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, um meine Deutschprüfung zu bestehen.
Um meine Deutschprüfung zu bestehen, lerne ich jeden Tag.

Präpositionaler Ausdruck: zu

Anstelle einer finalen Nebensatzverbindung kann ein präpositionaler Ausdruck mit zu stehen. Zu ist eine Präposition mit Dativ. Der präpositionale Ausdruck steht in Position 1 oder im Satz. Die Position im Satz richtet sich nach den allgemeinen Regeln für die Wortposition.

Beispiel:
Zum Bestehen der Deutschprüfung lerne ich jeden Tag.
Ich lerne jeden Tag zum Bestehen der Deutschprüfung.

Beachte: Der präpositionale Ausdruck wird nie durch ein Komma getrennt.

Grammatikübungen zur finalen Satzverbindung

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29 Kommentare… add one
  • Uli Mattmüller 8. März 2017, 09:57

    “Ich befürchte nur, dass es zu komplex ist, um es den Schülern zu vermitteln.” Da stimme ich Ihnen absolut zu. Die Umformerei von Grammatikstrukturen hat halt bekanntlich so ihre Tücken – kommt aber trotzdem in vielen Lehrbüchern vor. Den Lernern sollte es reichen, wenn sie die Bedeutung von damit/um zu verstehen, wobei man bei um zu aufpassen muss, denn das hat mehrere Bedeutungen. ..

  • Jo 5. März 2017, 12:59

    Hallo Herr Mattmüller,

    mir scheint, dass sich die meisten um-zu-Sätze auch zu damit-Sätzen umwandeln lassen, aber eben nicht alle.

    Beispiel für umwandelbare Sätze:

    Ich arbeite, um Geld zu verdienen.
    Ich arbeite, damit ich Geld verdiene.

    Das betrifft, wie gesagt, die meisten Sätze. Hier nun die, die sich nicht wandeln lassen:

    Wir treffen uns im Park, um Tischtennis zu spielen.
    Das Kind geht in die Bäckerei, um Brot zu kaufen.
    Ich sitze in der Bibliothek, um zu lernen.

    Können Sie mir sagen woran das liegt, also ob es eine Regel o.ä. gibt?

    Beste Grüße und vielen Dank im Voraus.

  • Uli Mattmüller 5. März 2017, 19:10

    Hallo Jo,

    die Beantwortung Ihrer Frage ist komplex, deshalb kann ich momentan nur ein paar stichwortartige Hinweise geben. (Wenn ich mal Zeit hätte, würde ich das gerne ausführlicher darstellen.)

    Ich nehme aber an, dass Sie DaF unterrichten und mit meinen kurzen Hinweisen, die ich auch noch nicht hundertprozentig durchanalysiert habe, weiterkommen.

    1. Die Regel heißt “aus einem damit-Satz .. kann man einen Satz mit um zu machen”. Die Umkehrung der Regel ist aber nicht möglich. (Ein beliebter Trugschluss grammatikinteressierter Deutschlerner. ;) )

    2. Das hat verschiedene Gründe, aber was uns hier interessiert, ist Folgendes:

    Um zu in damit umzuformen, funktioniert offensichtlich nur, wenn der Hauptsatz das “Mittel zum Zweck” (oder wie immer man das auf die Schnelle benennen mag) beschreibt. Was bedeutet, dass er in einen Instrumentalsatz umformuliert werden kann. Vergleichen Sie Ihre Beispiele:

    Beispiel 1: umformbar
    um zu: Ich arbeite, um Geld zu verdienen.
    damit (Finalsatz): Ich arbeite, damit ich Geld verdiene.
    Möglich wegen:
    damit (instrumental HS): Ich arbeite. Damit verdiene ich Geld. (!)
    dadurch dass (indem) (instrumental NS): Dadurch dass (Indem) ich arbeite (!), verdiene ich Geld.

    Beispiel 2: nicht umformbar
    um zu: Ich sitze in der Bibliothek, um zu lernen.
    damit (Finalsatz): — [nicht: Ich sitze in der Bibliothek, damit ich lerne.(!) - Das geht zwar evtl. auch, hat aber eine andere Bedeutung (=um mich zum Lernen zu zwingen).]
    Nicht möglich wegen:
    damit: — [nicht: Ich sitze in der Bibliothek. Damit lerne ich. (!)]
    dadurch dass: — [nicht: Dadurch dass ich in der Bibliothel sitze, lerne ich. (!) - Leider nicht - auch wenn das manche(r) meint. ;) ]

    Herzliche Grüße

  • Jo 7. März 2017, 17:09

    Hallo Herr Mattmüller,

    vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich unterrichte tatsächlich, allerdings als Laie (ehrenamtlich) und stoße da schon manchmal an Grenzen, da ich nicht Germanistik 0.ä. studiert habe.

    Mit ihren Ausführungen kann ich dennoch etwas anfangen, ich befürchte nur, dass es zu komplex ist, um es den Schülern zu vermitteln.

    Trotzdem vielen Dank und wenn Sie einmal Zeit und Muße haben, würde ich mich auch über eine weitergehende Erklärung freuen.

    Herzliche Grüße
    Jo

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