Finale Satzverbindung: damit, um zu, zu



“Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann”
(Francis Picabia)

Bei der finalen Satzverbindung werden zwei Sätze verbunden, bei denen der zweite Satz das gewünschte „Ziel“ einer „Handlung“ („Aktion“) beschreibt.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag. Ich möchte meine Deutschprüfung bestehen.
„Aktion“ („Handlung“) – „Zweck“ („Ziel“, „Absicht“)
„lernen“ – „Deutschprüfung bestehen“

Finalsätze antworten auf die Frage wozu, zu welchem Zweck bzw. warum (wieso, weshalb, weswegen).

Bei der finalen Satzverbindung wird das „Ziel“ bzw. der „Zweck“ auf folgende Weise markiert:

Nebensatz: damit, um zu

Der Nebensatz enthält das „Ziel“, der Hauptsatz die „Handlung“, die zur Erreichung des Ziels unternommen wird. Bei Nebensätzen mit damit steht das Verb am Ende.

Beispiel:
Wozu lernst du jeden Tag?
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.

Die Umstellung von Haupt- und Nebensatz ist möglich.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.
Damit ich meine Deutschprüfung bestehe, lerne ich jeden Tag.

Wenn im damit-Satz ein identischer Nominativ steht, kann dieser wegfallen. Allerdings muss der damit-Satz in einen Infinitivsatz mit um zu umgewandelt werden.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, damit ich meine Deutschprüfung bestehe.
Ich lerne jeden Tag, um meine Deutschprüfung zu bestehen.

Auch bei um zu ist die Umstellung von Haupt- und Nebensatz möglich.

Beispiel:
Ich lerne jeden Tag, um meine Deutschprüfung zu bestehen.
Um meine Deutschprüfung zu bestehen, lerne ich jeden Tag.

Präpositionaler Ausdruck: zu

Anstelle einer finalen Nebensatzverbindung kann ein präpositionaler Ausdruck mit zu stehen. Zu ist eine Präposition mit Dativ. Der präpositionale Ausdruck steht in Position 1 oder im Satz. Die Position im Satz richtet sich nach den allgemeinen Regeln für die Wortposition.

Beispiel:
Zum Bestehen der Deutschprüfung lerne ich jeden Tag.
Ich lerne jeden Tag zum Bestehen der Deutschprüfung.

Beachte: Der präpositionale Ausdruck wird nie durch ein Komma getrennt.

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{ 19 comments… read them below or add one }

nadjat Dezember 13, 2014 um 13:23

Hallo Herr Mattmüller,
Können die Modalverben nur „sollen” und „wollen” in diese Finalsätze nicht vorkommen? oder alle die Modelverben
Danke:)

Antworten

Uli Mattmüller Dezember 18, 2014 um 10:41

Nur “sollen” und “wollen”.

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nadjat Dezember 18, 2014 um 16:53

Danke so vieeeeeeeeeeeeeel, Herr Mattemüller :)

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farid najvan September 2, 2014 um 22:09

Hi Herr Mattmüller, manchmal finde ich in Texten die Sätzen,in denen öffenbar (um) verzichtet worden ist. Z.B. : Wir müssen nicht mehr alles,was wir haben,darauf verwenden,unsere Sucht zu füttern. Sehen Sie? Es gibt kein (um) vor (unsere Sucht). könnten sie bitte abklären? vielen Dank

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Uli Mattmüller September 5, 2014 um 09:42

Wenn “um” fehlt handelt es sich um einen Ergänzungssatz (siehe: Infinitivsätze mit zu als Ergänzungssätze), mit “um” um einen Finalsatz (siehe: Finale Satzverbindung: damit, um zu, zu)

Eine Übung zum Thema: Grammatikübung: Infinitivsatz oder Finalsatz? – “Die Geschichte des Dopings”

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Milad April 16, 2014 um 19:44

Hallo

Können wir auch sagen :

” Zwecks des Bestehen der Deuschprüfung lerne ich jeden Tag. ” !?

Danke sehr

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Uli Mattmüller April 18, 2014 um 17:40

Grammatisch ist das korrekt, aber (fast) niemand würde das sagen, weil es Nominalstil ist und deshalb nicht sehr schön klingt.

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farid najvan Dezember 21, 2013 um 19:40

hallo, Ich bedanke mich bei Innen für Ihr nützliches Blog.
Kann man damit und um…..zu in der Vergangenheit benutzen. Wenn die Antwort ja ist,könnten sie bitte ein Beispiel sagen?

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Uli Mattmüller Dezember 21, 2013 um 20:02

“Damit” schon, “um zu” natürlich nicht, da der Infinitiv ja keine Zeitfrom ist.

Beispiel:
Ich hatte im Urlaub mein Handy zu Hause gelassen, damit ich mich besser erholen konnte.

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Theresa Januar 17, 2014 um 18:56

Doch!
Ich hatte im Urlaub mein Handy zu Hause gelassen, um mich besser zu erholen.

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Uli Mattmüller Januar 17, 2014 um 21:14

Es geht hier um den Nebensatz. – Der Hauptsatz geht natürlich in jedem Tempus, aber der Infinitiv im Nebensatz bleibt ein Infinitiv. Nur in einem Nebensatz mit damit kann eine finite Verbform (“Zeitform”) stehen. ;-)

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Felipe Juli 13, 2013 um 00:16

Ihre Erklärung war sehr nützlich! Vielen Dank.

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Belén April 4, 2013 um 22:48

Hallo Herr Mattmüller:

Könnten Sie mir sagen worin der Unterschied zwischen “wozu” und “wofür” liegt?
Zum Beispiel hier:
“Heute essen wir chinesisch, wozu wir auch Stäbchen verwenden”
Warum kann man nicht wofür benutzen?
Könnten Sie bitte ein paar Sätze mit “wozu” und ein paar mit “wofür” schreiben?
Vielen Dank

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Uli Mattmüller April 5, 2013 um 18:28

Ich denke, dass in dem Beispielsatz auch “wofür” möglich ist. …

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Belén April 14, 2013 um 14:53

Danke!

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Chetna soni April 3, 2013 um 20:13

hallo, koennten Sie mir bitte sagen,was der Unterschied zwischen wozu und dazu ist?

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Uli Mattmüller April 4, 2013 um 11:39

Das ist hier wahrscheinlich das falsche Kapitel.

Ich würde mal das:

Pronominaladverbien

lesen.

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Sergio Januar 25, 2013 um 16:31

Danke, ist sehr gut

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Justina Dezember 12, 2012 um 14:26

i understand

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