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Die n-Deklination

Einige maskuline Substantive gehören zur so genannten n-Deklination. Diese Substantive haben in allen Kasusformen außer im Nominativ Singular die Endung –(e)n.

Beispiele: der Student (Singular)
Nominativ: Der Student macht nächste Woche Prüfung.
Akkusativ: Ich habe einen Studenten kennen gelernt.
Dativ: Ich habe mit dem Studenten gesprochen.
Genitiv: Die Mutter des Studenten war sehr nett.

Die vollständigen Deklinationen lauten:

Die n-Deklination mit bestimmtem Artikel

Singular
Nominativ: der Student
Akkusativ: den Student(en)
Dativ: dem Student(en)
Genitiv: des Student(en)

Plural
Nominativ: die Studenten
Akkusativ: die Studenten
Dativ: den Studenten
Genitiv: der Studenten

Die n-Deklination mit unbestimmtem Artikel

Singular
Nominativ: ein Student
Akkusativ: einen Student(en)
Dativ: einem Student(en)
Genitiv: eines Student(en)

Plural
Nominativ: Studenten
Akkusativ: Studenten
Dativ: Studenten
Genitiv: Studenten

Alle Substantive, die zur n-Deklination gehören sind maskulin. Einzige Ausnahme ist das Herz.

Zur n-Deklination gehören insbesondere:

Substantive mit der Endung –e, die männliche Personen bezeichnen:
der Bote, der Erbe, der Experte, der Junge, der Kollege, der Kunde, der Neffe, der Sklave, der Zeuge, …

Männliche Nationalitätenbezeichnungen mit der Endung -e:
der Franzose, der Grieche, der Russe, der Türke, …

Maskuline Tierbezeichnungen mit der Endung –e:
der Affe, der Falke, der Hase, der Löwe, der Ochse, der Rabe, …

Maskuline Substantive, die männliche Personen bezeichnen, mit folgenden Endungen:
-and: der Doktorand – des Doktoranden
-ant: der Praktikant – des Praktikanten
-at: der Kandidat – des Kandidaten
-ent: der Absolvent – des Absolventen
-et: der Athlet – des Athleten
-ist: der Journalist – des Journalisten
-oge: der Pädagoge – des Pädagogen
-nom: der Ökonom – des Okönomen
-soph: der Philosoph – des Philosophen
-graf: der Fotograf – des Fotografen
-urg: der Chirurg – des Chirurgen

Außerdem:
der Bär, der Bauer, der Christ, der Fürst, der Held, der Herr, der Kamerad, der Mensch, der Nachbar, der der Prinz, der Soldat, …

Die n-Deklination in der gesprochenen Sprache

Die n-Deklination ist eine absterbende Sprachform. Die Endungen im Singular werden heute in der gesprochenen Sprache meist weggelassen.

Beispiele: der Student (Singular – gesprochenes Deutsch)
Nominativ: Der Student macht nächste Woche Prüfung.
Akkusativ: Ich habe einen Student kennen gelernt.
Dativ: Ich habe mit dem Student gesprochen.
Genitiv: — (wird meist durch die Präposition von ersetzt)

Grammatikübungen zur n-Deklination

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21 Kommentare… add one
  • Sabu 11. Januar 2015, 10:47

    Lieber Herr Mattmüller, ich bin Kursleiter an einer Sprachschule für Latein und meine TeilnehmerInnen sind beim Übersetzen immer wieder verwirrt, wenn sie auf “deutsche” männlichen Substantive auf -or stoßen und sie deklinieren müssen (Gladiator, Imperator…). Gehören diese Wörter auf Deutsch nun zur n-Deklination oder nicht? Oder kann man sie sowohl nach der n-Deklination als auch nach der “normalen” Deklination gehen lassen, weil es für diese Fremdwörter weniger feste Regeln gibt? Vielleicht können Sie mir und meinen TeilnehmerInnen helfen? Herzliche Grüße! Sabú Gudrich.

  • Uli Mattmüller 11. Januar 2015, 17:02

    Der Duden sagt “Nein”: Duden | Gladiator | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft (siehe dort unter “Grammatik”)

  • Caro Mohr 19. Februar 2016, 08:10

    Man kann ganz einfach erkennen, ob ein Wort zur n-Deklination gehört oder nicht. Wörter mit der n-Deklination haben die Betonung auf der letzten Silbe (wie in “Ökonom” oder “Fotograf”). Ist die Betonung weiter vorne, wie bei “Moderator”, “Autor”, handelt es sich um die normale Deklination

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