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Relativsätze im Nominativ, Akkusativ und Dativ

Das Verb des Relativsatzes bestimmt den Kasus des Relativpronomens. Das Bezugswort des Relativsatzes bestimmt das Genus des Relativpronomens. Das Relativpronomen entspricht dem bestimmten Artikel außer beim Dativ Plural und beim Genitiv.

Beispiel: maskulines Bezugswort – der Mann
Nominativ: Der Mann, der neben mir wohnt.
Akkusativ: Der Mann, den ich besuche.
Dativ: Der Mann, dem ich helfe.

Beispiel: feminines Bezugswort – die Frau
Nominativ: Die Frau, die neben mir wohnt.
Akkusativ: Die Frau, die ich besuche.
Dativ: Die Frau, der ich helfe.

Beispiel: neutrales Bezugswort – das Kind
Nominativ: Das Kind, das neben mir wohnt.
Akkusativ: Das Kind, das ich besuche.
Dativ: Das Kind, dem ich helfe.

Das Relativpronomen im Dativ Plural lautet denen.

Beispiel: Bezugswort im Plural – die Männer
Nominativ: Die Männer, die neben mir wohnen.
Akkusativ: Die Männer, die ich besuche.
Dativ: Die Männer, denen ich helfe.

Das Verb des Hauptsatzes bestimmt den Kasus des Bezugswortes des Relativsatzes.

Beispiel: Bezugswort – der Mann
Nominativ: Der Mann, der neben mir wohnt, sitzt jetzt im Gefängnis.
Akkusativ: Ich kenne den Mann, der neben mir wohnt, nicht so gut.
Dativ: Das Auto gehört dem Mann, der neben mir wohnt.
Präposition: Ich habe mit dem Mann gesprochen, der neben mir wohnt.

Nach den indefiniten Pronomen jemand und niemand als Bezugswort des Relativsatzes steht das maskuline Relativpronomen.

Beispiel: Bezugswort – jemand
Nominativ: Jemand, der fremd ist, fühlt sich manchmal unsicher.
Akkusativ: Niemand, den ich frage, weiß eine Antwort.
Dativ: Ich habe jemand(en) gefunden, mit dem ich in meiner Muttersprache sprechen kann.

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8 Kommentare… add one
  • L. Gai 22. September 2015, 16:09

    Der Einwand war richtig. Im Genus hängt das Relativpronomen vom Bezugswort im Hauptsatz ab, im Kasus nur von der Situation im Relativsatz (es kann das Subjekt, ein direktes Objekt oder eine adverbiale Bestimmung sein, sprich das sogenannte präpositionale Objekt). Anders kann es gar nicht sein, weil der Einflussbereich eines eines Prädikats mit dem Satz endet, in dem es steht. Das Verb des Hauptsatzes kann also nur das direkte Objekt im Hauptsatz regieren, aber nicht die Objekte des Relativsatzes, geschweige denn seine Subjekte. Wenn das Verb im Prädikat des Hauptsatzes das Relattivpronomen regieren würde, müsste es heißen: Ich suche einen Handwerker, den schnell und sorgfältig arbeitet. (suchen: Verb mit Akkusativ, deshalb: den (Handwerker) schnell und sorgfältig arbeitet.) Hingegen heißt es ja: …, der schnell arbeitet. (Maskulinum, weil das Bezugswort im Hauptsatz männlich ist; Nominativ, weil es das Subjekt des Relativsatzes ist)

  • Uli Mattmüller 23. September 2015, 03:55

    Ich spreche ja aber oben (an der im Kommentar beanstandeten Stelle) nicht vom Relativpronomen, sondern vom B e z u g s w o r t des Relativsatzes, das im Hauptsatz steht und deshalb (logischerweise! – wie Sie selbst sagen “Anders kann es gar nicht sein, weil der Einflussbereich eines eines Prädikats mit dem Satz endet, in dem es steht.”) vom Verb des Hauptsatzes regiert wird. Offensichtlich wird hier aber öfter Bezugswort mit Relativpronomen verwechselt – warum auch immer. Ich muss mir wohl gelegentlich überlegen, ob man das so formulieren kann, dass es nicht zu Missverständnissen führt. ..

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