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Der Genitiv bei Namen

Personennamen

Im Gegensatz zu normalen Substantiven wird bei Personennamen wie im Englischen normalerweise ein vorangestellter Genitiv mit –s gebildet, umgangssprachlich aber ebenfalls meist die Präposition von benützt. Stilistisch weniger gut ist die nachgestellte Form.

Beispiele:
Genitiv: Peters Haus
gesprochenes Deutsch: das Haus von Peter
weniger guter Stil: das Haus Peters

Städtenamen

Bei Städtenamen wird ein Genitiv mit –er gebildet. Heute sind auch die Formen mit dem s-Genitiv weit verbreitet. Sie gelten aber als stilistisch weniger schön.

Genitiv mit -er: die Berliner Museen
Präposition: die Museen von Berlin
Genitiv mit –s: Berlins Museen
Genitiv mit -s: die Museen Berlins

Ländernamen

Bei Ländernamen ist meist kein Genitiv mit –er möglich*, die Genitivformen mit –s sind ebenfalls weniger elegant. Man wählt besser die Präposition von.

Beispiel:
Genitiv mit -er: (meist nicht möglich)*
Präposition: Die Regierung von Deutschland
Genitiv mit –s: Deutschlands Regierung
Genitiv mit -s: die Regierung Deutschlands

*Vgl. z. B. “die Schweizer Regierung”, u.ä.

Der Apostroph beim Genitiv

Im Gegensatz zum Englischen wird der deutsche Genitiv ohne Apostroph geschrieben.

Beispiel:
Englisch: Peter’s house
Deutsch: Peters Haus

Einen Apostroph bekommt der Genitiv im Deutschen nur, wenn der Namen bereits auf –s endet. Hier sollte der Genitiv aber besser durch die Präposition von ersetzt werden.

Beispiel:
Genitiv mit Apostroph: Klaus‘ Haus
besser: das Haus von Klaus

Der Apostroph bei Namen ist ein typischer Rechtschreibfehler von Deutschen, den man im Alltag besonders bei Namen von kleinen Geschäften häufig findet.

Beispiel:
falsch: Gabi’s Friseursalon
richtig: Gabis Friseursalon

Zulässig ist der Apostroph laut den Regelungen zur neuen deutschen Rechtschreibung aber dann, wenn damit die Grundform eines Namens verdeutlicht werden soll. Also wenn nicht klar ist, ob die Grundform des Namens z.B. Carlo oder Carlos, Andrea oder Andreas ist.

Beispiel: Carlo
Genitiv nach Norm: Carlos Pilsbar
auch zulässig: Carlo’s Pilsbar

Beispiel: Andrea
Genitiv nach Norm: Andreas Pilsbar
auch zulässig: Andrea’s Pilsbar

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47 Kommentare… add one
  • Luis 18. Februar 2017, 09:32

    Hallo,
    ich habe eine Erzählung von Kafka (Josefine die Sängerin) gelesen, wo steht „Josefinens Gesang” statt „Josefines Gesang”.
    Ist diese Bildung arcaik oder gibt es eine andere Erklärung?
    Vielen Dank

  • Uli Mattmüller 20. Februar 2017, 11:41

    Ja, das ist veraltet. ..

  • Ulrike MacKay 24. Dezember 2016, 11:30

    Alles bekannt, alles klar – dennoch Dank für die Zusammenfassung ;-)
    Trotzdem habe ich noch eine Frage: Wie sieht es aus, wenn innerhalb eines deutschen Textes (also nach deutscher Rechtschreibung) der Genitiv eines französichen Namens zu bilden ist, der zwar auf “s” endet, wobei dieses “s” jedoch nicht gesprochen wird (wie beim Namen des frz. Autors “Camus”):
    => aus Camuss Feder (wohl kaum)
    => aus Camus Feder (wer den Autor kennt, vermisst jeglichen Genitiv)
    => aus Camus’ Feder (sagt mein Bauchgefühl)
    => aus Camus’s Feder (bitte nicht… :-O)
    Danke :-)

  • Ulrike MacKay 24. Dezember 2016, 11:32

    … und frohe Weihnachten! ;-)

  • Uli Mattmüller 28. Dezember 2016, 17:35

    Naja, ich sehe keinen (grammatischen) ;) Unterschied zwischen Klaus (s.o.) und Camus, deshalb schließe ich mich Ihrem Bauchgefühl an. Grundsätzlich gilt aber auch bei dieser Frage wieder, dass ich nur ein kleiner DaF-Lehrer bin, nicht der große Guru für deutsche Grammatik. .. ;)

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