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Der Kasus nach den Vergleichswörtern als und wie

Vergleichswort als

Die Wahl des Kasus nach den Vergleichswörtern als bzw. wie ist davon abhängig, in welchem Kasus der gesamte Vergleich steht, also von der Funktion innerhalb des Satzes.

Beispiel: armer Mann – besser als – kein Mann
Nominativ: Ein armer Mann ist besser als kein Mann.
Akkusativ: Ich finde einen armen Mann besser als keinen Mann.

Weitere Beispiele:
Nominativ: Ein schlechtes Examen ist besser als ein abgebrochenes Studium.
Akkusativ: Ich finde einen schlechten Arbeitsplatz besser als gar keinen Arbeitsplatz.
Dativ: Ich helfe lieber meinem Vater als meinem Bruder.

Vergleichswort wie

Das gilt auch für das Vergleichswort wie.

Beispiel: armer Mann – genauso schlecht – kein Mann
Nominativ: Ein armer Mann ist genauso schlecht wie kein Mann.
Akkusativ: Ich finde einen armen Mann genauso schlecht wie keinen Mann.

Weitere Beispiele:
Nominativ: Ein schlechtes Examen ist genauso schlecht wie ein abgebrochenes Studium.
Akkusativ: Ich finde einen schlechten Arbeitsplatz genauso schlecht wie keinen Arbeitsplatz.
Dativ: Ich helfe meinem Vater genauso gern wie meinem Bruder.

Mehrere Personenergänzungen

Bei Verben mit mehreren Personenergänzungen ist der Kasus des Vergleichs von der Bedeutung abhängig. Die Bedeutung kann man überprüfen, indem man den Vergleich zu einem vollständigen Vergleichssatz erweitert.

Beispiel: Nominativ – Verb (kennen) – Akkusativ

Ich kenne Anna.
Vergleich 1: Ich kenne Anna besser als du.
=Vergleichssatz 1: Ich kenne Anna besser als du (sie kennst).
Vergleich 2: Ich kenne Anna besser als dich.
=Vergleichssatz 2: Ich kenne Anna besser als (ich) dich (kenne).

Beispiel: Nominativ – Verb (helfen) – Dativ
Ich helfe Anna.
Vergleich 1: Ich helfe Anna lieber als du.
=Vergleichssatz 1: Ich helfe Anna lieber als du (ihr hilfst).
Vergleich 2: Ich helfe Anna lieber als dir.
=Vergleichssatz 2: Ich helfe Anna lieber als (ich) dir (helfe).

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6 Kommentare… add one
  • Christa 25. Oktober 2016, 21:46

    Lieber Uli,
    ich habe eine Frage, die nicht ganz in die Rubrik passt, aber vielleicht kannst du sie verschieben. Also: In einem Buch las ich gerade den Satz “…für die Bildung eines Mädchens wie mir war das angemessen.” Ich halte “mir” für falsch, es müsste m. E. ein Genitiv sein, was beim Personalpronomen merkwürdig klingt. Weißt du eine andere Lösung als ein Umformulieren in “für die Bildung eines Mädchens, wie ich eines bin, war das angemessen.” ?
    Da ich leider keinen Grammatikduden im Haus habe, fände ich es toll, wenn du antworten würdest.
    Danke und viele Grüße
    Christa

  • Uli Mattmüller 26. Oktober 2016, 14:53

    Hallo Christa, diese Frage hat der in solchen muttersprachlichen Spitzfindigkeiten wesentlich kompetentere “Dr. Bopp” schon mal beantwortet: :)

    Fragen Sie Dr. Bopp! » Die wie-Apposition, das Personalpronomen und der Kasus

  • Christa 5. November 2016, 07:30

    Lieber Uli,
    vielen Dank!!! Ich hatte zwischendurch vergessen, nachzuschauen, ob du geantwortet hast. Ein bisschen stolz bin ich nach dem Lesen der Antwort auf mein Sprachgefühl- ich hatte richtig vermutet

  • Christa 5. November 2016, 07:40

    …. die Grüße waren verschwunden!
    Also: Viele Grüße
    Christa

  • Maude 28. März 2015, 09:31

    Hallo Uli,
    eine echt tolle Seite hast du hier. Leider fürchte ich, an einigen Stellen ist deine Kommasetzung nicht richtig, für die Vergleichssätze habe ich außer Wikipedia folgende Belege gefunden:
    http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/kommasetzung-bei-vergleichen
    http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Adverbial/Modal.html
    Liebe Grüße
    Maude

  • Uli Mattmüller 30. März 2015, 14:38

    Hallo Maud,

    vielen Dank für den Hinweis. Ich habe das geändert. Solche Fehler treten öfter mal auf, wenn man die Sätze irgendwoher kopiert und dann verändert. Man vergisst dann gerne die Satzzeichen zu kontrollieren.

    Liebe Grüße

    Uli

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