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Die Komposition

Bei der Komposition (Zusammensetzung) werden zwei (oder mehrere) unabhängige Wortstämme zu einem neuen Wort zusammengesetzt.

Komposition: Wortstamm + Wortstamm (+Wortstamm) = neues Wort

Ein Wort, das aus zwei unabhängigen Wortstämmen zusammengesetzt ist, bezeichnet man als Kompositum (das, Pl.: Komposita).

Komposita aus der gleichen Wortart

Besonders häufig kommen im Deutschen Nominalkomposita vor, also Zusammensetzungen aus zwei (oder mehreren) Nomina (Substantiven)

Beispiel: Wortstamm (Nomen) + Wortstamm (Nomen) = neues Wort
Kaffee + Tasse = Kaffeetasse

Beispiel: Wortstamm (Nomen) + Wortstamm (Nomen) + Wortstamm (Nomen) = neues Wort
Fuß + Ball + Spiel = Fußballspiel

Es sind aber auch Zusammensetzungen aus zwei Adjektiven möglich.

Beispiel: Wortstamm (Adjektiv) + Wortstamm (Adjektiv) = neues Wort
dunkel + blau = dunkelblau
hell + farbig = hellfarbig

Komposita aus unterschiedlichen Wortarten

Neben den Komposita aus einer Wortart findet man viele weitere Zusammensetzungen aus unterschiedlichen Wortarten.

Beispiele: Zusammensetzungen aus unterschiedlichen Wortarten
Nomen + Adjektiv: grasgrün
Nomen + Verb: teilnehmen
Adjektiv + Nomen: Großstadt
Adjektiv + Verb: festnehmen
Verb(stamm)* + Nomen: Fahrstuhl
Verb(stamm)* + Adjektiv: trinkfest
Präposition + Nomen: Vorteil
Präposition + Adjektiv: hinterlistig
Präposition + Verb: ausgehen

* Bei Komposita, in denen das Verb den ersten Teil bildet, entfällt die Verbendung -en.

Fugenelemente

Zwischen den beiden Wortstämmem können so genannte Fugenelemente stehen. Die häufigsten Fugenelemente im Deutschen sind -(e)s- und -(e)n-.

Beispiel: Wortstamm + Fugenelement -s- + Wortstamm = neues Wort
Arbeit +s +Platz = Arbeitsplatz

Beispiel: Wortstamm + Fugenelement -n- + Wortstamm = neues Wort
Reihe +n +Haus = Reihenhaus

Die Fugenelemente erinnern an Flexions­endungen wie Genitiv- oder Pluralendung und sind sprachgeschichtlich aus diesen entstanden, aber feste Regeln für das Auftreten bzw. Nichtauftreten eines Fugenelements in einem Kompositum gibt es nicht.

Allerdings treten einige Nominalsuffixe immer mit Fugen-s auf. Diese Endungen sind -heit, -keit, -schaft, -ung, -ion, -tät, -tum, -ut.

Beispiele: obligatorisches Fugen-s bei Nominalsuffixen
-heit: Schönheitssalon
-keit: Sauberkeitsfanatiker
-schaft: Freundschaftsanfrage (Facebook)
-ung: Zeitungsleser
-ion: Demonstrationsteilnehmer
-tät: Universitätsabschluss
-tum: Wachstumsförderung
-ut: Armutsgrenze

Fugenelemente kommen nicht nur bei Nominalkomposita vor.

Beispiel: Fugen-s bei
Nomen + Adjektiv: geschäftstüchtig

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