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Subjektive Bedeutung der Modalverben (II): Distanzierung

Mit sollen und wollen kann man – ähnlich wie mit der indirekten Rede – die Aussagen anderer Personen wiedergeben. Man distanziert sich dabei vom Inhalt der Aussage. Mit wollen gibt man eine eigene Behauptung einer Person wieder; mit sollen eine fremde Behauptung über eine Person.

Beispiel: Distanzierung
Aussage: Peter sagt: „Ich bin sehr reich.
Indirekte Rede: Peter sagt, dass er sehr reich sei.
Modalverb wollen: Peter will sehr reich sein. (=Peter behauptet, dass er sehr reich ist.)
Modalverb sollen: Peter soll sehr reich sein.(=Jemand behauptet, dass Peter sehr reich ist.)

Die subjektive Modalverben zur Distanzierung von fremden Meinungen kann man folgendermaßen umschreiben:

Modalverb sollen
Subjektive Bedeutung: „fremde Behauptung über eine Person“
Umschreibungen: es heißt, es wird behauptet, jemand behauptet, ich habe gehört, angeblich, anscheinend, offensichtlich, offenbar, es sieht so aus (als ob), wohl, nach Aussagen von (Augenzeugen, Journalisten, Wissenschaftlern, usw.)

Modalverb wollen
Subjektive Bedeutung: „eigene Behauptung einer Person“
Umschreibung: behaupten, vorgeben, angeben, erklären, versichern, so tun als ob + Konj. II, angeblich, nach eigenen Angaben, nach eigener Aussage

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