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Der Gebrauch des Konjunktiv I: Weitere Anwendungen

Vermutung, Wunsch, Forderung

In Sätzen, die eine Vermutung, eine Forderung oder einen Wunsch ausdrücken, kann zur Betonung der „Noch-Nicht-Realität“ der Aussage der Konjunktiv I benutzt werden. In der Alltagssprache wird meist der Indikativ verwendet.

Beispiel: Vermutung
mit Konjunktiv I: Er vermutet, dass sie verheiratet sei.
ohne Konjunktiv I: Er vermutet, dass sie verheiratet ist.

Beispiel: Forderung
mit Konjunktiv I: Er verlangte, dass sie ihn heirate.
ohne Konjunktiv I: Er verlangte, dass sie ihn heiratet.

Beispiel: Wunsch
mit Konjunktiv I: Er wünschte sich, dass sie ihn heirate.
ohne KOnjunktiv I: Er wünschte sich, dass sie ihn heiratet.

Alte Kochrezepte

Den Konjunktiv I findet man auch in alten Kochrezepten. Heute wird er aber meist durch andere Formen wie z.B. die formelle Variante des Imperativs oder durch den Infinitiv ersetzt.

Beispiel:
Konjunktiv I: Man wasche die Kartoffeln und gebe sie in kaltes Wasser.
Imperativ: Waschen Sie die Kartoffeln und geben Sie sie in kaltes Wasser.
Infinitiv: Die Kartoffeln waschen und in kaltes Wasser geben.

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3 Kommentare… add one
  • Saed 18. Juni 2017, 09:30

    Also, gilt das auch für die anderen Personalpronomen? Z.B ist es richtig zu sagen (Vermutung):
    Ich vermute, hier könne niemand mich sehen.
    Vielen Dank

  • Uli Mattmüller 19. Juni 2017, 10:14

    Ich verstehe den Hintergrund der Frage leider nicht, aber der Satz ist so grammatisch möglich:

    “Ich vermute, hier könne mich niemand sehen. ”

    Allerdings wird man bei einer persönlichen Erzählung (“ich”) normalerweise eher auf den Konjunktiv I verzichten.

    “Ich vermute, dass mich hier niemand sehen kann.”

  • Saed 22. Juni 2017, 06:55

    Vielen Dank! Genau das war was ich meinte.

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