≡ Menu


Die Form des Genitivs

Standardsprachlich haben maskuline und neutrale Nomen im Singular im Genitiv die Endung -s bzw. -es.

Beispiele: Genitiv mit -s/-es
-s: das Auto – des Autos
-es: das Haus – des Hauses

Man findet aber auch Genitivformen ohne Endung.

Beispiel: Genitiv mit/ohne -s
der Jugendstil – des Jugendstil(s).

Grundsätzlich besteht auch bei vielen Muttersprachlern Unsicherheit über den Gebrauch der Genitivendung.

Die e-Erweiterung der Genitivendung

Laut Duden ist die Endung -s ohne die e-Erweiterung im heutigen Deutsch als Normalfall anzusehen. Die e-Erweiterung bekommen aber Nomen, die auf die folgenden s-Laute enden.

Beispiele: Genitivendungen mit e-Erweiterung
-s: das Haus – des Hauses
-ss: der Fluss – des Flusses
-ß: das Maß – des Maßes
-z: der Tanz – des Tanzes
-tz: der Witz – des Witzes
-chs: der Fuchs – des Fuchses

Bei der Endung -nis wird zusätzlich zur e-Erweiterung das -s verdoppelt.

Beispiel:
-nis: das Ergebnis – des Ergebnisses

Bei Nomen mit den Endungen -sch und -st, bei vielen einsilbigen Wörtern und in verschiedenen weiteren Fällen k a n n die e-Erweiterung vorkommen.

Beispiele: Endung -sch und -st
-sch: der Tisch – des Tisch(e)s
-st: das Fest – des Fest(e)s

Beispiele: einsilbige Wörter
der Mann – des Mann(e)s
das Kind – des Kind(e)s

Der Wegfall der Genitivendung

Das Weglassen der Genitivendung kommt umgangssprachlich immer häufiger vor, gilt aber standardsprachlich nur in bestimmten Fällen als korrekt. Dazu gehören:

1. Namen mit sekundärem Artikel

Namen von Personen, Städten, o.ä. haben normalerweise keinen Artikel. Es gibt aber auch Gebrauchsweisen mit Artikel (“sekundärer Artikelgebrauch”). In diesen Fällen wird im Genitiv das -s meist weggelassen.

Beispiel: Personenname
Goethe studierte in Leipzig.
Der junge Goethe studierte in Leipzig.
Der Lehrer des jungen Goethe(s)

Beispiel: Städtename
Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland.
Die Touristen machen einen Spaziergang durch das alte Berlin.
Die meisten Häuser des alten Berlin(s) wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

2. Namen von Monaten, Wochentagen, Kunstepochen, Produkten, o.ä.

Namen von Monaten, Wochentagen, Kunstepochen, Produkten, o.ä. haben einen Artikel. Trotzdem wird im Genitiv ebenfalls häufig die Endung -s weggelassen.

Beispiel:
der Januar – des Januar(s)
der Montag – des Montag(s)
der Jugendstil – des Jugendstil(s)
der Airbus – des Airbus(ses)

Beispielsätze:
Er hat am ersten Sonntag des August(s) Geburtstag.
Im Lauf des Montag(s) muss ich mit meinem Chef sprechen.
Wien gilt als die Geburtsstadt des Jugendstil(s).
Die Passagiere des Airbus(ses) gerieten in Panik.

Zurück zum Kapitel: Das Substantiv (das Nomen)
Zum Inhaltsverzeichnis – Deutsche Grammatik 2.0



10 Kommentare… add one
  • Steffen 28. Juli 2014, 21:52

    hallo,

    eine Frage zum Wegfall der Genitivendung bei Namen etc. D.h., es ist beides richtig? Bsp. Der Motor des BMWs / des BMW? Der Bart des Professors / des Professor? …letzteres klingt komisch, ist aber richtiv?

    vielen Dank:)

Schreibe einen Kommentar